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Zachary Oberzan (New York, Wien): «Your brother. Remember?»
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

DHeldenverehrung und Bruderliebe, Parodie und Poesie – das ist der Stoff mit dem die Traummaschine von Zachary Oberzan spielt. Der New Yorker Theatermann und Singer/Song Writer blickt in seiner Solo-Performance «Your brother. Remember?» auf eine Jugend im Banne von Action-Helden zurück und auf eine Beziehung zu einem Bruder, der einen ganz anderen Weg als er gegangen ist. Zwei Brüder, eine Familie, eine Leidenschaft: Als Teenager hatten Zachary und Gator Oberzan wie andere Jugendliche auch ihre Action-Helden. Und sie mochten sie so sehr, dass sie sich einen Spass daraus machten, ihre Lieblingsfilme zu parodieren. Zu den Favoriten gehörten «Kickboxer» und andere Karate-Filmen mit Jean-Claude Van Damme sowie «Faces of Death», der berüchtigte Kultfilm von 1978, der wegen wirklichkeitsgetreuer Darstellung von Gewalt in einigen Ländern zumindest zeitweilig verboten war. Schwester Jenny durfte da und dort mitspielen, als schöne Leiche beispielsweise oder anderes Dekorationsmaterial. Fein säuberlich stellten die Geschwister Szene um Szene nach und bannten das Ganze auf Video. Irgendwann trennten sich die Wege der Brüder. Der eine machte eine internationale Karriere als Schauspieler, der andere kam ins Gefängnis wegen Drogendelikte.Nun sind die beiden zwanzig Jahre später an den einstigen Drehort zurückgekehrt. In ihrem Elternhaus haben sie noch einmal Szene für Szene nachgestellt, die Helden ein bisschen älter, ein bisschen beleibter, die Haut tätowiert und die Seele vernarbt, von dem, was gewesen. Und so spielt Zachary Oberzan in seiner Soloperformance «Your brother. Remember?» nur eine der Hauptrollen. Eine andere spielt sein Bruder. Und die dritte: die Beziehung zwischen der beiden, die Zeit, die das Gestern vom Heute trennt. Auf der Bühne sitzt Zachary Oberzan allein. Er spielt Gitarre, singt ein Lied, spricht auch mal die Texte verschiedener Filmpassagen nach. Während hinter ihm der Film abgeht. Besser: Während drei Filme abgehen: Wir sehen Jean-Claude Van Damme so lange den Fuss gegen den Stamm einer Palme schnellen, bis er zusammenbricht; wir sehen die beiden Jungs gegen das zarte Stämmchen einer Zimmerpflanze kicken, dann die älter gewordenen Brüder mit Pflanze usw. usf. «Your brother. Remember?» ist eine Collage aus Home Video, Ausschnitten aus den Originalfilmen und Live Performance, ein enges Gewebe, in dem die Ebenen ständig wechseln. Ein zentraler Platz nimmt ein Interview mit den Geschwistern ein. Jenny Oberzan plaudert aus den Dreharbeiten, Gator ebenfalls – und er verrät von seinem Leben nur so viel, dass der Film darüber in unserem Kopf anläuft.Zachary Oberzan wurde im US-Bundesstaat Maine geboren und lebt heute als Schauspieler, Singer/Song Writer und Filmemacher in New York. Er ist Gründungsmitglied des New Yorker Theaterkollektives Nature Theater of Oklahoma, mit dem er in Shows wie «Poetics: a ballet brut», «No Dice» oder seine Einmann-Show «Rambo Solo» schuf. Sein Film «Flooding with Love for The Kid» ist eine Adaption des Romans «First Blood». Er wurde in seinem Appartement in New York gedreht, mit Zachary Oberzan in allen 26 Rollen. Er spielt ebenfalls mit der New Yorker Wooster Group und Richard Foreman, und hat zwei Alben mit Songs veröffentlicht: «Songs of Straw & Gold» und «Athletes of Romance». FCollaborateur régulier de la compagnie new-yorkaise Nature Theatre of Oklahoma, mais aussi cinéaste et musicien, Zachary Oberzan crée un spectacle très personnel. Quand ils étaient adolescents dans le Maine, lui et son frère aîné Gator réalisaient en vidéo amateur des parodies de leurs films favoris – dont le hit de Jean-Claude Van Damme «Kickboxer» et le faux « snuff movie » culte «Faces of Death». Vingt ans plus tard, ils reviennent dans la maison familiale et reconstituent les remakes de leur jeunesse. À travers un subtil entrelacement d’images amateur, d’extraits de films hollywoodiens et de performances live, nous découvrons la relation entre les deux frères. L’un, devenu un acteur professionnel renommé, a réussi aux yeux de la société. L’autre a dévalé la pente pour finir en prison. Là, s’il a continué une pratique d’acteur, c’était avant tout pour servir un « art de la manipulation ». Mais dans quelle mesure sont-ils vraiment différents ? Les rôles auraient-ils pu s’inverser ? Où se situe la vérité de l’être : chez celui qui joue la vie sur scène ou chez celui qui tente de l’adapter à la réalité ? Après tout, les héros cachent aussi des figures tragiques.EAs kids growing up in Maine, Zachary Oberzan and his older brother Gator used to make home videos parodying scenes from Hollywood movies such as Jean-Claude Van Damme’s karate blockbuster “Kickboxer” and the cult snuff movie “Faces of Death”. Fast forward twenty years, and they’re back at it, in a series of “before” and “after” featurettes. Through their subtle mix of home video, Hollywood film footage and live performance, the audience will discover the brothers’ relationship. One of them became a reputable actor who earns his living on stage and on screen. The other hit the rocks and did some time in prison, where he saw acting as the “art of manipulation”. The question is: could things have turned out otherwise? To what extent do their lives differ? Who is most real or sincere in his performance: the one who acts on stage, or the one who applies his art in real life? And what if our heroes turn out to be tragic figures in real life?