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WIM Bern. Whisperings

Vor zehn Jahren veröffentlichte das Quartett Whisperings seine erste CD. Damals war der Schlagzeuger Bernard Trontin von The Young Gods mit von der Partie. Nun flüstert Whisperings weiter und entwickelt in der aktuellen Formation mit dem jungen Schlagzeuger Lionel Friedli auf verspielte Weise im Grenzbereich zwischen Improvisation, aktuellem Jazz, Rock und komponierter Musik eine neue klangliche Identität. Ihre CD veröffentlichen sie auf Unit Records und feiern ihre CD-Taufe in der Dampfzentrale.
 
Mit Fred Frith spielt ein versiertes musikalisches Chamäleon mit, das zwischen verhaltener präziser Couleur, schmutzig-noisigem Klangbild und hoch energetischen Klanginter­ventionen agiert. Er ist eine Ikone in der improvisierten Musik mit einem Erfindungsgeist und einer Kreativität ausserhalb jeder Norm. Die Stimmvirtuosin Franziska Baumann versteht ihre Stimme als extrem versiertes Instrumentarium zu nutzen. Ihre 4 _ Oktaven Stimme gleitet mühelos zwischen Songstrukturen, solistischen Stimmaktionen bis zu fein abgestimmten, mikrotonalen Räumen. Michel Wintsch bringt in atemberaubender Manier Formbewusstsein und Experimentierfreude unter einen Hut – er jongliert nicht nur mit Melodien und Harmonien, sondern integriert auch eine Vielzahl an Moog-Klängen in sein Spiel. Lionel Friedli trägt ungemein viel zur Dyna­mik des Quartetts beiträgt. Seine auffäl­ligste Qualität ist die «Urwucht», aus der er seine Grooves holt und sie gleichzeitig mit enormer Flexibilität einzusetzen versteht. Der spezielle Anreiz für Whisperings ist die Tatsache, dass alle vier Musiker eine eige­ne Geschichte und Orientierung haben – ver­schieden, aber verwandt. Dieses musikalische Zusammentreffen entwickelt eine Sprache, die bis anhin so noch nicht existierte. Es feiert den musikalischen Dialog, dicht, feurig und trotzdem fein gestrickt.

 

 

Franziska Baumann: Stimme, Elektronik. Fred Frith: Gitarre. Michel Wintsch: Keyboards, Piano. Lionel Friedli: Schlagzeug.