Highlight Video

Variaton

Wie tönt eine Revolution? Wie fühlt sich die Wut und die Angst eines Volkes an, das sich gegen seine Unterdrücker erhebt? Welche Bilder entstehen, wenn man diese in einer Sinfonie beschreibt? Diese Fragen will «Tocsin» auf seine ganz eigene Art beantworten. Kern bildet dazu die 11. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Sie schildert als kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte die erschütternden Ereignisse der kleinen Revolution von 1905, dem sogenannten «Petersburger Blutsonntag».

Die eindringliche, bildgewaltige Musik wird ergänzt durch einen experimentellen Film des jungen Berner Filmemacher Matthias Günter. Um die Mächtigkeit des Volkes erfahrbar zu machen, werden zudem zahlreiche Statisten mit einbezogen, die in einer Performance am Konzert die Unauf­haltsamkeit und Unüberwindbarkeit der schieren Menschenmasse physisch spürbar machen sollen. Als Choreographin wird dazu die Berner Tänzerin Nina Stadler mitwirken. Mit «Tocsin» entsteht so ein ein­maliges dreidimensionales Erlebnis, das die Musik wortwörtlich greifbar macht und gleichzeitig die Zeitlosigkeit revolutionärer Massen-Ereignisse illustriert.