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Steven Cohen (Lille, Johannesburg): «The Cradle of Humankind»

Afrika als Wiege der Menschheit. Steven Cohen fragt mit «The Cradle of Humankind» nach der Entwicklung den Menschen, seit sie begannen, aufrecht zu gehen. Und er sucht nach der Poesie jener Malereien, welche die frühen Menschen in südafrikanischen Höhlen hinterlassen haben. Mit ihm auf der Bühne ist die Frau, die ihn aufgezogen hat: die neunzigjährige Nomsa Dhlamini.Es gibt einen Ort in Südafrika, der «Wiege der Menschheit», genannt wird und von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. 45 Kilometer nordwestlich von Johannesburg liegt eine Reihe von Höhlen, in denen eine sehr grosse Zahl von Fossilien gefunden wurden, von Tieren und Hominiden. Schon 1936 wurden in Höhlen um Sterkfontein die fossilierten Knochen des erwachsenen Frühmenschen Australopithecus africanus entdeckt. Weitere Funde von Fossilien folgten, dazu Stein- und Knochenwerkzeuge sowie Hinweise auf die Verwendung von Feuer. Die Spuren menschlicher Präsenz können auf rund 3,3 Millionen Jahren zurück datiert werden. Und sie haben wesentlich zum Verständnis der Evolutionsgeschichte des Menschen beigetragen. «The Cradle of Humankind» nennt der südafrikanische Künstler Steven Cohen seine neuste Arbeit: «Afrika ist der älteste Kontinent der Welt: Dort wurde die Menschheit geboren», sagt er. «Hier hat sich der erste Mensch erhoben und ist auf zwei Füssen gegangen, hier wurde die Menschheit zweibeinig.» Und da ortet er auch den Ursprung des Spektakels. Die neue Körperhaltung habe erst den Tanz und somit die Choreografie ermöglicht und die Herrschaft über das Feuer die Herrschaft über das Licht – beide wichtige Komponenten der Vorstellung. Die Arbeit an «The Cradle of Humankind» ist für ihn eine Rückkehr an den Ort der Geburt von uns allen. Steven Cohen hinterfragt die Evolution der Menschheit, und überlegt sich, ob die Menschen am Ende nicht doch grosse Affen geblieben sind, Territorium-besessen, Mörder, Vergewaltiger, Inzest-Täter, Kannibalen und Jäger. Oder ob die Evolution in Wirklichkeit nicht ein komplexe Entwicklung von Rassismus, Religion, Wissenschaft, Technologie, Krieg, Geld sei. Gleichzeitig sucht er nach der Poesie jener Felsmalereien, welche die frühen Menschen in den Höhlen hinterlassen haben und fragt nach der Evolution der Kunst. Steven Cohen hat dieses Projekt mit Nomsa Dhlamini geschaffen, seiner Kinderfrau, die ihn aufgezogen hat und bereits in früheren Stücken mitgewirkt hat: «Nomsa Dhlamini ist Behüterin und Erzählerin meiner Lebensgeschichte. Ich weiss nur einen kleinen Teil von der ihrigen. Meine vier Jahrzehnte lange Geschichte mit Nomsa ist ein winziger Bruchteil ihres langen, langen neunzig-Jahre-alte-schwarze-Frau-geboren-in-Swaziland-und-gelebt-in-Südafrika-L ebens.» Das Stück «The Cradle of Humankind» bezeichnet er als ihre persönlichste Arbeite: «Eine Arbeit über Ethik, geschaffen mit Liebe, eine Arbeit über Liebe, gemacht ohne Ethik.»Steven Cohen hat sich zwanzig Jahre lang der Skulptur verschrieben, und seine Werke wurden von internationalen Museen und Sammlungen akquiriert. Parallel dazu hat er eine Performance-Tätigkeit entwickelt, auf der Bühne, aber auch in Museen, Galerien und auf öffentlichen Plätzen. Seinen Körper begreift er als Mittel lebendiger Kunst, von Skulptur, Tanz und Travestie. Mit dem Choreografen und Tänzer Elu hat er mehrere Stücke kreiert, darunter «Kudu Dance» (2000) und «Chandelier» (2001). Nach einer einjährigen Residenz beim Ballet Atlantique von Régine Chopinot schuf er 2003 mit Elu «I wouldn’t be seen dead in that». 2009 kreierte er «Golgotha». Er lebt heute in Lille.FC’est en Afrique qu’est née l’humanité. Sur base de deux évolutions humaines fondamentales, l’homme debout et le feu, le danseur et plasticien Steven Cohen – juif, blanc et homosexuel né à Johannesbourg – s’amuse à penser que c’est sans doute là qu’est né le premier spectacle, la première performance au sens artistique du terme. Il retourne aux Swartkrans Caves, grottes classées comme étant le «berceau de l’humanité»,. et se questionne sur notre évolution. Avons-nous moralement progressé depuis l’époque préhistorique ? Produisons-nous une culture plus intéressante? Sur scène, des projections de performances réalisées dans les grottes s’associent à une chorégraphie à deux. Steven Cohen y partage la scène avec Nomsa Dhlamini, femme sud-africaine de 90 ans, qui fut sa nourrice et dont la figure parcourt l’œuvre de l’artiste. Un hommage plein de symboles et d’émotions. EFor this new production, Southern-African choreographer, performer and video-maker Steven Cohen visited the Swartkrans Caves in South Africa, archaeological site known as the “cradle of humankind”. At the place, where Man stood up-right and controlled and harnessed the power of fire and light, dancing and performance must have been born as well! Together with Nomsa Dhlamini, a Southern-African woman of 90 and the artists’ former black nanny, who has become the incarnation of humanity, Steven Cohen questions himself about the progress of art and civilisation. In a set, which contracts space and time, where cave paintings echo contemporary art forms, the performance evokes man’s evolution. A tribute full of symbols and emotions.