Highlight Video

Rosas/ Anne Teresa De Keersmaeker & graindelavoix/ Björn Schmelzer (Brüssel/Antwerpen): «Cesena»
Publikumsgespräch: Sa, 22. Oktober im Anschluss an die Vorstellung.

DAnne Teresa De Keersmaeker ist die wichtigste Pionierin des neuen belgischen Tanzes und sie hat sich in den dreissig Jahren seit ihrem Eintritt in die internationale Tanzszene ständig neu erfunden. Nun präsentiert sie mit ihrer Compagnie Rosas gleich zwei Stücke: «En Atendant» lässt den Tag ausklingen, während «Cesena» die frühen Morgenstunden einläutet. Dies zu Musik aus dem 14. Jahrhundert.Für «Cesena», dem jüngsten Rosas-Stück, das im Juli dieses Jahres am Festival d’Avignon uraufgeführt wurde, arbeitet Anne Teresa De Keersmaeker mit Björn Schmelzer und seinem Ensemble Graindelavoix zusammen. Graindelavoix versteht sich weniger als Ensemble für frühe Musik, denn als Künstlerkollektiv, das zwischen Aufführung und Kreation experimentiert. Es wurde 1999 von Björn Schmelzer in Antwerpen gegründet und erhielt seinen Namen nach einem Essay von Roland Barthes «Le grain de la voix». «Cesena» kann als Gegenstück zu «En Atendant» gelesen werden. Während in «En Atendant» das Zwielicht der Dämmerung nahtlos in Nacht überging, kündigt das «Cesena» den Tagesanbruch an. Auf der Bühne stehen 19 Tänzerinnen, Tänzer, Sängerinnen und Sänger, welche die Grenzen ihres Könnens ausloten. Die Tänzer singen, die Sänger tanzen, einmal mehr im Dialog mit der eigenwilligen Partitur von Ars Subtilior aus dem 14. Jahrhundert. Sinnbildlich auch die Bühne in Licht und Farben von Ann Veronica Janssens: eine Skulptur der vorbeigehenden Zeit, der ständigen Transformation von dem, was um uns ist und was nur im Laufe der Zeit sichtbar wird. Der Anfang eines neuen Tages, oder ein neuer Blick in eine ferne Zeit. FPour «Cesena», Anne Teresa De Keersmaeker et Rosas collaborent avec Björn Schmelzer et son ensemble Graindelavoix. La nouvelle pièce peut être vue comme le pendant du spectacle précédent, «En Atendant». Alors que dans ce dernier, le crépuscule se transformait presque imperceptiblement en nuit noire, le nouveau spectacle salue la naissance du jour. Dix-neuf danseurs et chanteurs, réunis sur scène, y explorent leurs limites ; les danseurs chantent et les chanteurs dansent. Ils dialoguent une fois de plus avec les partitions récalcitrantes de l’Ars Subtilior du XIVe siècle. Ann Veronica Janssens crée sa troisième scénographie pour Rosas. À l’aide de la lumière et des couleurs, elle sculpte le passage du temps, la transformation incessante de ce qui nous entoure et ne devient visible qu’au fil du temps. Le début d’une nouvelle journée, ou un nouveau regard posé sur un passé lointain.EFor “Cesena” Anne Teresa De Keersmaeker and Rosas will be collaborating with Björn Schmelzer and his Graindelavoix ensemble. This new production might almost be called the counterpart to its predecessor, En Atendant. Whereas in that piece the twilight merged almost imperceptibly into night, this piece heralds the start of the day. The stage is shared by 19 dancers and singers who explore the limits of their ability. Dancers sing and singers dance, once again in dialogue with the wilful 14th-century scores of the Ars Subtilior. Ann Veronica Janssens will for the third time provide a stage setting in colour and light, a sculpture of passing time, of the constant transformation of what is around us and of what only becomes visible in the course of time. The start of a new day, or a new look at a distant past.