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Pink Mama Theatre: Baby Dee
Aus dem Leben von Baby Dee liesse sich locker eine Filmserie drehen. Die transsexuelle Amerikanerin musste viele Lebenshürden nehmen, bis sie das sein konnte, was sie schon lange wollte: Musikerin und Frau. Heute blickt Baby Dee auf erfolgreiche Musikjahre zurück. Und sie wird die Dampfzentrale mit Witz, Charme und Melancholie verzaubern.

Als kleines Kind begann die «Transgender Street Legend», wie Itunes sie betitelt, mit dem Klavier- und Harfespiel, arbeitete im Zirkus, leitete einen Chor für Pensionisten und spielte die Orgel in einer katholischen Kirche. Neben ihrem Brotberuf trieb sich Baby Dee immer in der Nähe von Chanson und Cabaret herum. Sie gab kleine Gigs mit ihrer Harfe oder am Piano und erweckte mit ihrer außergewöhnlichen Stimme zwischen kehligem Blues und Falsett Aufmerksamkeit.

Mit knapp 50 Jahren hörte Baby Dee die Lieder von Antony Hegarty (Antony and the Johnsons) und schickte dem Seelenverwandten ein Demotape, von welchem dieser äusserst begeistert war. Er reichte es David Tibet der Band Current 93 weiter. Ebenfalls von Baby Dees Können angetan, nahm er sie unter Vertrag und veröffentlichte eine Handvoll Alben und EPs. Baby Dee’s sensible und zartgliedrige Kunstwerke, die auf autobiographischen Themen basieren, sind gekonnt gepaart mit Humor.

Die Sängerin und Musikerin ist eine bei KollegInnen gefragte Arrangeurin und Begleiterin; u.a. hat sie mit Little Annie, Bonnie Prince Billy, Marc Almond und Andrew WK gearbeitet. Ihre Auftritte als Sängerin, Pianistin, Harfenistin und Akkordeonspielerin sind einnehmend und berührend. Vielleicht ist ihre Musik mit der Stilrichtung «Kunstlied» am besten betitelt, auszeichnender ist aber die Groteske, Ernsthaftigkeit, das Humorvolle und die Melancholie in ihrem Auftritt. Schön, dass Baby Dee ihren Traum vom Musikerleben hat verwirklichen können.