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PAR B.L.eux/ Benoît Lachambre & Louise Lecavalier & Hahn Rowe & Laurent Goldring (CA/USA/FR) «Is You Me»

Werkeinführung: Fr, 24. Juni, 19:30 Uhr von Simona Travaglianti, ITW Bern. Hahn Rowe LIVE: Sa, 25. Juni, 22:00 UhrWir bedauern, Ihnen anzukündigen, dass Benôit Lachambre an der Vorstellung von PAR.B.L.eux/ Benoît Lachambre & Louise Lecavalier & Hahn Rowe & Laurent Goldring (CAN/USA/FR), «Is You Me», aus unvorhersehbarem Grund nicht teilnehmen kann. Seine Partnerin Louise Lecavalier wird eine abgeänderte Version des Stücks zeigen.«Is You Me» ist nach «’I’ Is Memory» – welches im Mai 2006 im Rahmen von Steps # 10 in der Schweiz Premiere feierte – die zweite choreografische Zusammenarbeit der beiden kanadischen Künstler Benoît Lachambre und Louise Lecavalier. Den choreografischen Grenzgänger Benoît Lachambre kennt man von seiner mehrjährigen Zusammenarbeit mit Meg Stuart/Damaged Goods, insbesondere aus deren gemeinsamen Arbeit «Forgeries, Love and Other Matters» (Meg Stuart wird übrigens im kommenden September ihre neueste Kreation «Violet» in der Dampfzentrale zeigen). Die weltberühmte Tanzvirtuosin Louise Lecavalier hingegen sorgte in den 80er Jahren als Startänzerin bei La La La Human Steps für Furore und hat 1990 in «Sound and Vision» von David Bowie und 1992 im Konzert «The Yellow Shark» von Frank Zappa getanzt. Nun treten die beiden Tänzer gemeinsam mit zwei weiteren legendären Figuren in der Dampfzentrale auf. Der renommierte französische Medienkünstler Laurent Goldring, dessen Arbeiten über das Körperbild heute Klassiker sind, hat schon mehrmals mit Xavier Le Roy und Jean-Michel Rabeux zusammen gearbeitet. Den New Yorker Multi-Instrumentalist, Film- und Bühnenmusiker Hahn Rowe kennt man aus wiederholten Zusammenarbeiten mit Meg Stuart/Damaged Goods. «Is You Me» ist eine höchst aussergewöhnliche Performance, ein verwirrendes Spiel mit der Wahrnehmung der Zuschauer und der Definition unserer Identität. Die beiden Tänzer bewegen sich auf einer weissen Bühnenrampe vor einer riesigen Leinwand, mitten in einer bewegten Serie von Videoprojektionen. Linien, Skizzen, Konturen und Farben werden live auf die Wand projiziert und radiergummiartig wieder gelöscht. Manchmal verschwinden die Silhouetten der Tänzer hinter den feinen Linien, oder sie verschmelzen mit den illustrierten Figuren, die langsam aber sicher Leben annehmen. Unidentifizierbare Formen schweben herum, Film und Bühne werden zum zerklüfteten Bild. Reale und imaginäre Körper fallen restlos in sich zusammen. Was geschieht, wenn die Körper zu belebten Zeichnungen werden, und die Zeichnungen zu bewegten Körpern?Die einfachen Bewegungen machen die beiden Tänzer zu Wesen einer Halb- oder Schattenwelt, berührend, aber nie durchschaubar. Das Spiel mit der dritten Dimension ist ein Spiel mit der Identität. Das Individuum existiert hier nicht mehr. Die Grenze zwischen dem Ich und dem Du verschwindet, und das Eigene ist kaum zu erkennen. «Is You Me» ist eine Reise in ein verspieltes und poetisches Universum, in dem der gezeichnete und der belebte Körper zwischen den Grenzen hin und her jonglieren – zwischen Fiktion und Realität. Das Stück zeigt, wie wenig man erkennt, obwohl man so viel sieht. Nie eindeutig, immer unerlöst, wechselhaft, unermüdlich wie ein Traum, wie ein Spiel. Selten beglückt Multimedia so wunderbar wie in diesem grossartigen Teamwerk.