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Moustache

Das letzte Kapitel der Partyreihe «Moustache»: Die Round Table Knights und das Technoduo Slapdance & Sandy-Pants beschallen am 27. November das Kesselhaus in der Berner Dampfzentrale.Seit der Bronzezeit verfügt der Mann über Instrumente, um die 0,09 bis 0,23 Millimeter dicken Barthaare zu stutzen. Der Schnauz kommt dennoch erst viel später in Mode: erstmals während der Barockzeit. Vor zwei, drei Jahren ist er erneut en vogue, dies vermeldeten damals jedenfalls Stilpäpste und Modezeitschriften. Gleichwohl bleibt der modische Schnauz, der Moustache, stets ein Nischenphänomen und prägt nie das Strassenbild der Metropolen. 2007 nehmen die Grafiker Vinzenz Meyner und Niklas Stettler von Walldisplay (Visuals) und die Round-Table-Knights-DJs Christoph Haller und Marc Hofweber den Moustache zum Aufhänger ihrer Partyreihe: Die vier Mittdreissiger aus Bern lancieren die Moustache-Partys. «Uns gefiel das Wort, nicht mehr, nicht weniger», sagt Vinzenz Meyner rückblickend. «Eine eigentliche Entstehungsgeschichte gibts nicht.» Bis dato organisierten die vier Freunde 18 Anlässe – alle davon in der Berner Dampfzentrale.Nach dem 19. Kapitel soll nun Schluss sein: Am Samstag, den 27. November, hängen sie zum letzten Mal den überdimensionalen, vier Meter breiten Schnauz aus pinkfarbenem Kunstfell über der Bühne auf. Vor der «Rasur» beschallen die Round Table Knights und Slapdance & Sandy-Pants das Kesselhaus. Aber «Moustache» war schon immer mehr als nur Party. «Moustache» ist auch ein Tattoostudio (an einer Party wurde live tätowiert) und vor allem ist «Moustache» auch eine Zeitung: Am 27. November liegen zum letzten Mal alle sieben produzierten «Moustache»-Zeitungen auf. Da ist unter anderem zu lesen, was zwischen Barockzeit und Gegenwart rund um den Schnauz noch alles geschah: Zum Beispiel, dass während des Ersten Weltkriegs die Erfindung des elektrischen Rasierapparats womöglich wegen des Gasmaske-Tragkomforts forciert wurde.(Text: Philipp Schori)