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Maxim Gorki Theater Berlin (D): «HEAVEN (zu tristan)»
Publikumsgespräch: So 3.5. im Anschluss an die Vorstellung

Wolfen, Ostdeutschland, nahe Bitterfeld, Nachwendestadt, einstürzende Plattenbauten und leerstehende Neubaublocks, weggebrochene Arbeit. Erst geht die Filmfabrik mit dem selbstbewussten Namen «Orwo» (was «original Wolfen» bedeutet) in Konkurs, dann macht das Krankenhaus dicht. Lebt hier noch wer? Ja, Simone, dicht am Suizid. Wegen Anders, der die Architektur mehr liebt als Simone und ab nach Amerika ist, die Utopie suchen. Oder Robert, passionierter Existenzgründer auf Leergutbasis: Pfandflaschen als plastikglänzende Zukunfts_illusion. Auch Helga und ihr Mann, der Psychiater Königsforst, leben noch hier, sie ziehen nur gerade aus ihrer alten Platte aus. Auch aus ihrem Leben würden sie wegziehen, aus ihrer weggeschrumpften Heimat und Liebe, mit Schlaf_tabletten, wenn sie den Mut dazu hätten. Dafür spiegelt sich Helga, die abgewickelte Fotolaborantin, gerne in anderen Verlierern. In Marietta Blau etwa, Pionierin der Teilchenphysik, deren Karriere die Vertreibung durch die Nazis beendete. Und Robert hofft, dass die Weinstöcke in der leeren Kiesgrube gedeihen, mit denen er in Wolfen sein Glück machen will. «Ein locker aus dem Handgelenk gespielter Theaterblues ist es, den Petras und die grandiosen Schauspieler auf die Bühne legen. Todtraurig und herzzerreissend lustig, lässig und charmant. Für diese Aufführung würden sich so viele schöne Adjektive finden lassen, dass es lohnend sein müsste, den Zuschauer eine Adjektiv-Wand zum Vollschreiben ins Foyer zu stellen.» (Frankfurter Rundschau)Armin Petras‘ Inszenierung «HEAVEN (zu Tristan)» wurde mit dem Friedrich-Luft-Preisausgezeichnet, sein Alter Ego, Fritz Kater,erhielt für sein Gesamtwerk den Else-Lasker-Schüler-Preis.