Highlight Video

Maria Minerva (EST) & Princess P.

«Maria Minerva is the new pop model gone strikingly off-road and deep into your subconscious.»

Die 24-jährige Estländerin mit Wohnsitz New York ist in jüngerer Zeit zu einem viel­diskutierten Underground-Phänomen ge­worden. Ihr Schaffen, das sich bereits über drei LPs erstreckt, ist äussert schwer ein­zuordnen, und passt auch nicht zu ihrem modelhaften Image. Maria Minervas elektro­nische, halluzinatorische Popmusik speist sich aus europäischen Pop Grooves, UK bass culture, Dub-Ästhetik und experimentel­len Sounds. «Bedroom Techno-Ballads» hat es jemand genannt; es sind Popsongs, aber aus einem narkotisierten Paralleluniversum.

Die verwaschenen elektronischen Sounds und der verhallte Gesang lassen sie vor­schnell der Chill Wave- und Witch House-Strömung zuordnen, das greift aber viel zu kurz, denn Minerva ist in letzter Konse­quenz eine Popsängerin und -produzentin, die sich dem gängigen Weg verweigert. Oder vielleicht auch einfach die ungewöhnlichste Disco Diva seit längerem. Der Titel ihres Debütalbums, «Cabaret Cixous», zitierte die britischen New Wave-Pioniere Cabaret Voltaire und die französische Feministin Hélène Cixous. Von letzterer übernimmt Maria Minerva ein anti-essenzialistisches weibliches Rollenmodell, von ersteren ein Faible für Echoschlaufen und tuckernde Beats. Ihr kürzlich erschienenes, nach Fischli/Weiss benanntes Album «Will happiness find me?» hat ihr international viel Presse beschert; nach Auftritten an den inneren Rändern der Schweizergrenze früher dieses Jahr, können wir Maria Minerva nun end­lich auch in Bern willkommen heissen.

Princess P. rundet den Abend mit einem ihrer vorzüglichen DJ Sets ab.