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Laurence Yadi, Nicolas Cantillon – Compagnie 7273: «Nil»

«Laurence Yadis und Nicolas Cantillons jüngstes Gruppenstück «Nil» (…) bezwingt einmal mehr durch seine Eindringlichkeit bei gleichzeitiger Leichtigkeit der Bewegung.» (Jury für den Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2011)

 

Nach zehn Eigenproduktionen, drei Kurzfilmen und zwei Auftragsproduktionen wurden Laurence Yadi und Nicolas Cantillon, Compagnie 7273, für ihre neuste Produktion «Nil» mit dem Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2011 geehrt – hierzulande die bedeutendste Auszeichnung für das zeitgenössische Tanzschaffen. Mit «Nil» haben Laurence Yadi und Nicolas Cantillon ein aussergewöhnliches Tanzstück für sechs TänzerInnen geschaffen, in dem die Musik eine zentrale Rolle spielt. Nach «Simple Proposition» (2005), «Laï Laï Laï Laï« (2008) und «Romance-s» (2011) ist die Kompanie nun zum vierten Mal in der Dampfzentrale zu Gast.

 

Fliessende, schier unaufhörliche Bewegungen ziehen die ZuschauerInnen 60 Minuten lang in den Bann. Sechs TänzerInnen sind pausenlos in Bewegung – es ist ein einziger Strom, aufbrechend, ausbrechend, sich verbreiternd und sich schliesslich auflösend. «Nil» steht stellvertretend für Kurven und Mäander, Gewalt und Unerbittlichkeit, Fruchtbarkeit und Üppigkeit, Sinnlichkeit und Erotik, Spiritualität und Fliessen. Dementsprechend folgt die Inszenierung einer wellenförmigen Gestik und mäandert mit Reibungskraft zwischen Tanz und der eigens für die Choreografie komponierte Musik des Amerikaners Sir Richard Bishop. Das Publikum soll die organische Eigenschaft des Flusses und sein zunehmendes Ausmass spüren und an dieses Leuchten herangeführt werden, das Flaubert in einem Brief an seine Mutter so beschreibt: «L’Orient, c’est d’abord une grande lumière d’argent fondu sur la mer».

 

Mit «Nil» nähern sich Laurence Yadi und Nicolas Cantillon der orientalischen Kultur und deren Beziehung zum Tanz an. Es ist auch eine ganz persönliche Suche nach den Wurzeln und nach der urtümlichen Kraft, die im Tanz liegt. Denn Yadis Vater ist Algerier, und die Mutter Sir Richard Bishops Libanesin. Aufführungen von «Nil» in Jordanien und Palästina sind im April 2012 fest gebucht – die Aufführung in Alexandria musste im Dezember 2011 jedoch wegen der erneuten Unruhen in Ägypten bis auf Weiteres verschoben werden.

 

Konzept und Choreografie: Laurence Yadi, Nicolas Cantillon. Mit: Luc Benard, Nicolas Cantillon, Gildas Diquero, Tatiana Julien, Margaux Monetti, Laurence Yadi. Künstlerische Zusammenarbeit: Graziella Jouan, Karelle Ménine. Musik: Sir Richard Bishop. Aufnahmen: Nicolas Field. Lichtdesign und Technische Leitung: Patrick Riou. Kostüme: Philippe Combeau. Grafik: Yona Lee. Administration und Kommunikation: Martin Beyer, Olivier Stauss. Produktion: Compagnie 7273. Koproduktion: ADC Association pour la Danse Contemporaine Genève, CND Centre National de la Danse Pantin Paris. Gefördert durch: Ville de Genève, République et Canton de Genève, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Loterie Romande, Corodis – Commission romande de diffusion des spectacles, Fondation Fluxum, Sophie und Karl Binding-Stiftung, Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, Artephila Stiftung, Migros-Kulturprozent, Fondation Oertli Stiftung. Unterstützung Gastspiel: Burgergemeinde Bern, Migros-Kulturprozent.