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klavierduo huber/thomet

Zum Schumannjahr 2010 präsentiert das klavierduo huber/thomet ein zeitgenössisches Portrait, das kaleidoskopartig zwischen historischem Bild und Gegenwart oszilliert und in dem Werke Schumanns, zeitgenössische Kompositionen und Texte ineinandergreifen.Im Auftrag des Duos schreibt der Berner Komponist Peter Streiff dazu «Schattenwürfe» für zwei Klaviere. «…musikalische Ereignisse treten hervor, leuchten auf, werfen auch Schatten und können Verlängerungen einer Analyse, ein Aufgreifen eines emotionalen Moments, ein klingender Schatten einer biographisch-psychologischen Situation sein.»Schumann, der «Vater einer reflexiv-gebrochenen und damit modernen Musik …, die sich nicht auf einen einzigen strukturellen und erzählerischen Nenner bringen lässt, sondern in vielen Kontexten schillert.» (Martin Geck 2010), schreibt 1833: «Das wäre eine kleine Kunst, die nur klänge und keine Sprache noch Zeichen für Seelenzustände hätte!». Schumanns «geheime Seelenzustände und innere Stimmen» sowie sein inniges Verhältnis zur Sprache begleiten und durchdringen sein ganzes Werk; die bei ihm einzigartige Symbiose von Leben und Werk sowie von Dichtung und Musik kommt nicht auf direktem Weg, sondern auf hintergründige, verschlungene, fantastische Weise zustande.In «Schattenwürfe» (UA) von Peter Streiff sind diese Themen ebenfalls präsent: An verschiedenen Stellen werden in die komponierten Klavierklänge Sprachklänge als Textfragmente gesprochen; zentrale Begriffe aus Schumanns Briefen und Tagebüchern, die sich durch einen kompositorischen Prozess gefiltert, in kryptische Mitteilungen, eine Art Geheimsprache verwandeln.Weiter werden die Hommage an Schumann «***» (2006) des Berner Komponisten Daniel Glaus und «tasten» (2010) für zwei Klaviere von Isabel Mundry erklingen. In Mundrys Stücken bauen sich neben den Klavierklängen weitere Klangwelten von Geräuschen und Stimmen aus dem Flügelinnern auf. In der Miniatur «Riddle» (2010, europäische UA) verarbeitet Jason Eckardt die Klangchiffren der stummen «Sphinxes» aus Schumanns Carnaval.Die Werke von Robert Schumann (Intermezzi op.4, Andante und Variationen op.46, Gesänge der Frühe op.133, u.a.) werden von Textprojektionen begleitet, die als eine Art Gegenstimme, als Schatten der Musik wirken.Ein Konzert als Begegnung zeitgenössischer Komponisten und Interpreten mit Robert Schumann; ein Versuch, einen Dialog zwischen den Zeiten herzustellen.