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hermesdance: «Flügel an Flügel»
Zweiter Teil der Trilogie über den Dialog zwischen dem Ich und dem Du. HKB, Sandrainstr. 3

«Bin ich das? Und du, wo bist du? Wie geht’s weiter? Tut es weh? Zurück zu Feld eins! Ist dies ein Spiel? Wer gehört dazu? Was zeigt mir der Spiegel, was sagt mein Herz? Loslassen, sich verheddern, sich verknoten, und schon wieder anders, stets neu …»«Flügel an Flügel» ist ein präzise ausformuliertes, minimalistisches Formenspiel. Tanznotationen ethnologischer Maskentänze und notierte Maskenchoreografien des modernen Tanzes des 20. Jahrhunderts von Künstlern wie Kurt Jooss, Sigurd Leeder und Jean Weidt sind die Bezugspunkte der Choreografin Karin Hermes. Von diesen tanzhistorischen Elementen und früheren Tanzsprachen ausgehend, entwickelt sie ein Stück in einer zeitgenössischen Tanzsprache. Jean Weidts «Vielles Gens, Vieux Fers » (Alte Leute, altes Eisen) aus dem Jahr 1928 steht dabei im Zentrum. Es ist ein sozialkritisches Stück, ein Danse Macabre in Masken und ein «Ball der Entrechteten». «Flügel an Flügel» gestaltet das Zusammenspiel Mensch – Raum – Maske – Musik und kreist um Fragen wie: Was ist das Ich? Was nehmen wir wahr? Was ist Realität, was ist Zerrbild? Die Maskeninstallation auf der Bühne steht für unsere Rollen und Funktionen und spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die musikalische Komposition von Jonas Tauber entsteht in Zwiesprache mit dem choreografischen Prozess. Eine künstlerische Werkeinleitung mit Tanzbeispielen findet zu Beginn der Vorstellung statt und informiert über den Entstehungsprozess der Choreografie. Die Trilogie: «Flügel an Flügel» ist der zweite Teil einer Trilogie über den Dialog zwischen dem Ich und dem Du. Der erste Teil, «Betwixt and Between, Dialog mit von Anna Sokolow», entstand als Koproduktion zwischen hermesdance und dem Centre National de la Danse in Paris und wurde am 3. April 2008 in Paris uraufgeführt. Es ist eine zeitgenössische Choreografie im Dialog mit «Rooms», dem 1954 von Anna Sokolow geschaffenen Tanzstück. Die Einsamkeit des Menschen in der Grossstadt ist das Grundthema von «Rooms». Karin Hermes berücksichtigt die Ideen von Platon – bei dem der Mensch als ein in zwei Hälften geschnittenes Wesen geschildert wird, das sich nach Ganzheit sehnt – und von Martin Buber und dessen Credo «Alles wirkliche Leben ist Begegnung». Der dritte Teil der Trilogie ist für 2010 geplant.