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Foofwa d’Imobilité: «Histoires Condansées»
Ein getanzter Vortrag über die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in französischer Sprache

Wie lässt sich die Geschichte des Tanzes erzählen, sodass sie lebendig und fassbar wird? Genügen Texte, Notationen, Videoaufzeichnungen, Fotos? Wohl kaum, wenn man davon ausgeht, dass der Tanz sich nur durch das «Wesentliche» vermitteln kann: den bewegten Körper selbst. In «Histoires Condansées» präsentiert Foofwa d’Imobilité die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts auf seine ganz besondere Art. Analytisch, ernsthaft und verspielt zugleich, manchmal empirisch und anekdotisch, aber immer anhand seines (Tanz)Körpers. Der historische Kontext ist dabei der Grundstein des Projekts. Der leidenschaftliche Tänzer und Choreograf vermittelt die Geschichte des Tanzes auf überzeugende Weise und interagiert dabei spielerisch mit dem Publikum. In seiner «One-Man-Show» findet Foofwa schnell den Draht zum Publikum, und es gelingt ihm, die Zuschauer auf eine berauschende Reise durch das vergangene Jahrhundert mitzunehmen. Der erste Teil der Performance besteht aus getanzten Vorführungen, Videos und historischen Elementen, um die Hauptströmungen des zeitgenössischen Tanzes spielerisch zu vermitteln. Foofwa beschäftigt sich zum Beispiel mit Merce Cunningham und William Forsythe, sowie mit der Beziehung zwischen Tanz und Musik in der Arbeit von Isadora Duncan, dem amerikanischen Post-Modern Dance oder mit Pina Bausch und dem belgischen Tanz-Theater in den neunziger Jahren. Im zweiten Teil geht Foofwa der Frage nach der Übermittlung von Bewegung nach. Welche theoretischen und praktischen Techniken (Nachahmung, Mitschriften, Aufzeichnungen, Videos, Berichte) wählt man um eine Choreografie an Dritte weiterzugeben? Und – als Konsequenz – welche Prinzipien der Weitergabe verwendet man? Als Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge spricht Foofwa über den Tanz als sein eigenes Handwerk. Darüber hat er ein breites fachliches und praktisches Wissen. Von einer klassischen Ballettausbildung an der École de danse de Genève über Solorollen neoklassizistischer Choreografien beim Stuttgarter Ballett bis hin zum Tänzer bei der Merce Cunningham Dance Company in New York und schliesslich als Choreograf seiner eigenen sehr zeitgenössischen Tanzstücke – der virtuose Tänzer hat in seiner Laufbahn verschiedenste Bewegungstechniken und choreografische Stile in seinem Körper gespeichert. Diese vermag der Künstler meisterhaft zu präsentieren.