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Ensemble Neue Horizonte Bern

Der am 6. März 2009 verstorbene belgische Komponist Henri Pousseur ist eine der prägenden Gestalten der Musik nach 1950. In den Sechzigerjahren öffnete er das seriell strukturierte Denken auch auf frühere musikalische Sprachen, die durch Traditionen geprägt sind; so etwa in der zusammen mit Michel Butor komponierten Oper «Vôtre Faust». Das Ensemble Neue Horizonte Bern, ein Jahr vor der Uraufführung dieses Werks gegründet, stand mehrfach mit Henri Pousseur in Verbindung und hat auch mit ihm und Butor zusammen gearbeitet. Nicht nur als Hommage gedacht, sondern als erneute Auseinandersetzung mit Pousseur, wird es sich in zwei Konzertprogrammen komponierend und interpretierend mit dem Werk Pousseurs befassen. Dabei werden verschiedene seiner Schaffensphasen berührt, mit thematischen Schwerpunkten aus «Vôtre Faust», «Mnemosyne», «Icare» und einer charakteristischen Auswahl späterer Werke.Das Ensemble hat zu diesem Anlass die auch in der Schweiz bekannte Mezzosopranistin Marianne Pousseur, Tochter des Komponisten, eingeladen. In sechs Uraufführungen werden sechs ganz verschiedene Arten der Auseinandersetzung mit Pousseur zu hören sein. Sie beziehen sich auf seine Idee, komponierend von der Sprache eines früheren Komponisten auszugehen. «Dicté par …» nennt er jeweils im Untertitel diese Werke. Zwei davon – nach Schönberg und Bartók – werden im ersten Programm erklingen. Die sechs neuen Kompositionen, … dicté par Henri Pousseur, wurden eigens für das erste Programm geschrieben von Hansjürgen Wäldele, Peter Streiff, Urs Peter Schneider, Erika Radermacher, Roland Moser, Marc Kilchenmann.Das Programm besteht aus 2 Teilen von je ca. 70 Minuten. Dazwischen gibt es eine genügend lange Pause um die Bar zu geniessen.