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enfant
Mit «enfant» gelingt Boris Charmatz eines der intensivsten und aufwühlendsten Tanzstücke der Gegenwart. Es ist berührend, erhellend, düster, brutal und zugleich äusserst zärtlich. Was, fragt Charmatz, ist aus unserem Blick auf Kinder geworden?

Der französische Ausnahmechoreograph Boris Charmatz versammelt in «enfant» eine Gruppe von Kindern aus Rennes, neun TänzerInnen und einen Dudelsackspieler zu einem faszinierend-verstörenden Bewegungs- und Bilderreigen. Mit diesem preisgekrönten und hochgefeierten Stück ist dem Franzosen ein grosser Wurf gelungen, der mit einem unheimlichen Maschinenballett beginnt und fast ausgelassen endet. Kinder rennen, zucken, singen, springen und toben. Und katapultieren sich damit aus einem schaurig-schönen Experiment, in dem Zärtlichkeit und Hingabe, Ohnmacht und Unterwerfung gefährlich nah beieinander liegen. Fast unmerklich übernehmen die Kinder die Macht: Sie befreien sich mit Mitteln der Choreographie, reissen das Geschehen an sich und eröffnen uns einen neuen Blick auf die Kraft von Körper und Bewegung. Ein Statement.

«enfant» ist eine der beeindruckendsten politischen Arbeiten, die das Tanztheater hervorgebracht hat: komplex, intensiv, dabei völlig unbelehrend und jede billige Rührung vermeidend.» Süddeutsche Zeitung

Boris Charmatz, Jahrgang 1973, zählt zu den innovativsten und produktivsten Choreographen seiner Zeit. Nach seiner Ausbildung an der Ballettschule der Pariser Oper sorgte er schon mit seinen ersten Kreationen international für Furore. Seither treibt er die Tanzszene unablässig voran, sucht immer wieder die Nähe zur bildenden Kunst und Philosophie und konzipiert radikale Formate, die den Blick des Zuschauers neu fordern.

 

Choreographie: Boris Charmatz, Interpretation: Or Avishay, Nuno Bizarro, Julien Gallée-Ferré, Peggy Grelat-Dupont, Julien Jeanne, Lénio Kaklea, Maud Le Pladec, Thierry Micouin, Mani A. Mungai, Mit Kindern aus Rennes,
Licht: Yves Godin,
Sound: Olivier Renouf,
Maschinen: Artefact, Frédéric Vannieuwenhuyse, Alexandre Diaz,
Dudelsack: Erwan Keravec, Assistenz: Julien Jeanne
oder Stéphane Imbert, Hauptinspizienz: Fabrice Le Fur
oder Antoine Guilloux, Inspizienz: Max Potiron, François Aubry,
Lichttechniker: Arnaud Lavisse, Soundtechniker: Pierre Routin, Kostüme: Laure Fonvieille,
Stimmarbeit: Dalila Khatir,
Orchestrierungssoftware: Luccio Stiz.
Eine Produktion von Musée de la danse/Centre chorégraphique national de Rennes et de Bretagne.
Leitung: Boris Charmatz. Mit Unterstützung von Ministère de la Culture et de la Communication – Direction régionale des affaires culturelles, der Stadt Rennes, Conseil régionale de Bretagne und Conseil général d’Ille-et-Vilaine.
Eine Koproduktion von Festival d’Avignon, Théâtre de la Ville-Paris, Festival d’Automne à Paris, Internationales Sommerfestival Hamburg und Siemens Stiftung im Rahmen des Projekts SCHAUPLÄTZE, Théâtre National de Bretagne (Rennes), La Bâtie-Festival de Genève und Kunstenfestivaldesarts (Brüssel).
Mit besonderer Unterstützung von Ministère de la Culture et de la Communication, le Conseil régional de Bretagne, la Ville de Rennes und Rennes Métropole.
Die internationale Tournee dieses Projekts wird vom Institut français/Ville de Rennes unterstützt.
Dank an Eleanor Bauer, Matthieu Burner, Julia Cima, Olga Dukhovnaya, Raimund Hoghe, Pierre Mathiaut.
Thanks to Eleanor Bauer, Matthieu Burner, Julia Cima, Olga Dukhovnaya, Raimund Hoghe, Pierre Mathiaut.