Highlight Video

Doppelabend «Les Oiseaux» von Nacera Belaza (ALG/F) (So 19.10)
An diesem Doppelabend zeigen wir Ihnen ein Frauen- und ein Männerduo. Die algerisch-französischen Tänzerinnen Nacera und Dalila Belaza sind die Interpretinnen im abstrakten, rituellen und eindringlichen Stück «Les Oiseaux».

In «Les Oiseaux» erscheint das Duo um Nacera und Dalila Belaza als heller Schatten im Dunkeln. Es sind zwei Körper, die der Nacht entwischen. Von weit her ist eine rhythmische Musik zu vernehmen, die Stimmung ist orientalisch, das Licht gedämpft. Es ist, als gingen die beiden Frauen auf eine innere Reise, die sich äusserlich, körperlich zeigt. Als wäre der Körper eine zitternde Hülle, die in sich zusammenfällt, sich wiederum spannt wie Flügel, um schliesslich wieder in der Abwesenheit zu verschwinden. Die Gesten kommen und gehen, sind fragmentiert oder extrem langsam. Die Choreographin Belaza versetzt TänzerInnen wie Publikum durch die Wiederholung in einen tranceartigen Zustand, der durch die starke Präsenz der Darstellerinnen aber nie in Langeweile abdriftet. Durch das äusserst präzise Licht-Design wird diese rituelle Produktion noch verfeinert. «Les Oiseaux» ist eine Fortsetzung früherer Arbeiten, basiert dieses Stück doch auf denselben Konstanten. Nämlich einem Duo, der Wiederholung, der Abstraktheit und einem leeren Raum. Doch genau ebendiese minimale Struktur bietet Belaza unendlich viele Möglichkeiten, macht Varianten sichtbar und lässt sie eindringliche, intensive und fast geisterhafte Momente erschaffen. Und so hinterlässt «Les Oiseaux» die Erinnerung, als hätte man einen Moment geteilt mit zwei Vögeln auf einem Ast vor der Dämmerung.

Zu Nacera Belaza
Nacera Belaza ist in Algerien geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in Frankreich. Nach geisteswissenschaftlichen Studien an der Uni Reims hat sie sich dem Tanz autodidaktisch genähert. 1989 gründete sie ihre eigene Kompanie. Die «Reduktion auf das Wesentliche» ist das Leitmotiv ihrer jahrelangen choreographischen Entwicklung: Wiederholung in den Bewegungen, unendliche Langsamkeit und das Herauszögern der Zeit sind Merkmale. Entdecken konnte man sie 2009 beim Festival d’Avignon mit «Le Cri» und «Le Temps scellé». Ihre Kompanie präsentiert ihre Stücke regelmässig in Europa, Afrika, Asien und Nordamerika.
Casts & Credits
Choreographie: Nacera Belaza / TänzerInnen: Nacera Belaza, Dalila Belaza / Sound-Design: Nacera Belaza / Licht-Design: Gwendal Malard und Nacera Belaza / Licht- und Tontechniker: Gwendal Malard, Christophe Renaud Produktion: Compagnie Nacera Belaza / Koproduktion: Montpellier Danse, Arcadi / Studios: Centre chorégraphique National de Belfort – Joanne Leighton / Residenzen: Theater Freiburg, Moussem and Cultural Center Berchem, Atelier de Paris – Carolyn Carlson, Instituts français du Maroc, Montpellier Danse, L’échangeur – CDC Picardie / Unterstützer: DRAC Ile-de-France, Ministère de la Culture et de la Communication der Region Ile-de-France