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Die lange Nacht der elektronischen Musik (26.6.15)
DJ Pragajena (D/CRO)

Auch dieses Jahr wollen wir als Einstimmung in die Sommerzeit den elektronischen Klängen einer internationalen Gilde von MusikerInnen und KomponistInnen lauschen. Seit 2009 kamen Koryphäen der elektronischen Musik wie Eliane Radigue oder Phill Niblock aber auch aktuelle KünstlerInnen wie Maja Ratkje und Felix Kubin oder aber Vertreter der Electronica wie Scanner, Oval und Cut Hands zum jährlich stattfindenden Anlass nach Bern.

2015 nun kommt Tim Hecker. Der Kanadier zählt zur Speerspitze einer neueren Generation von Elektronikmusikern, die den Begriff Ambient Music kreativ in das 21. Jahrhundert überführt hat. Seine flächigen, raumfüllenden Klänge sind nie meditativ oder in sich ruhend. Vielmehr schöpfen Heckers Tracks aus einer Dringlichkeit, welche Leichtigkeit, Raum, Spannung, Kraft und Wucht in sich vereint. Spätestens seit seinem Album «Ravedeath 1972», gehört Hecker zur ersten Liga der experimentellen Elektronikszene. Auch sein aktuelles Album «Virgins» verbindet Geräuschkulissen, Dissonanzen und Melodien zu rauschhaft anschwellenden Drone-Kompositionen. Hecker tourte bereits mit namhaften Bands wie Godspeed You! Black Emperor und Sigur Rós, arbeitet eng mit Ben Frost und Daniel Lopatin (Oneohtrix Point Never) zusammen und fertigte Remixe für so unterschiedliche Künstler wie Mogwai oder John Cale.

Die Werke der jungen Komponistin für elektroakustische Musik Bérangère Maximin ziehen weitere Kreise als man es von ihrem musikalischen Tätigkeitsbereich erwarten würde: Ihr Debüt erschien 2008 beim renommierten Tzadik-Label von John Zorn, der Nachfolger mit Featurings illustrer Gäste wie Fennesz und Rhys Chatham beim belgischen Imprint Sub Rosa. Diesen Mai erfolgte nun das Release ihres neuesten Werks «Dangerous Orbits» auf Crammed Discs. Berangère Maximin präsentiert darauf eine vielschichtige und klanglich komplexe Soundlandschaft und beweist erneut, dass sie Welten entfernt ist von der limitierten Klangästhetik vieler Laptop-KünstlerInnen.

Dritter im Bunde ist dieses Jahr der in Schweden lebende Russe Ivan Pavlov alias CoH. Er gehört zum engsten Kreis des Labels editions mego und arbeitet seit Jahren an einer unverkennbaren elektronischen Musik, welche meist auf glasklaren Rhythmen basiert und doch ihre Ursprünge in der Industrial Music-Kultur erkennen lässt. Zusammen mit dem verstorbenen Peter Christopherson von Coil unterhielt er das Duo Soisong, mit Cosey Fanni Tutti von Throbbing Gristle spielte er das Album «CoH plays Cosey» ein.