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Cie Gilles Jobin: «Black Swan»
Werkeinführung Sa, 16. Januar um 19:00 Uhr von Lorenz Aggermann

«Ich versuche mich einer Bewegungssprache zu bedienen (..) wo die Logik dem Rhythmus der Schritte und sogar den Bildern weichen muss» C.F. RamuzGilles Jobin interessiert sich für eine Tanzsprache, die befreit ist von jeglicher Bedeutung. Die Bewegung entwickelt sich aus sich selbst heraus, ohne mehr darstellen zu wollen als das Gefühl, das der Tänzer dabei empfindet. Mit «Black Swan» zeigt Gilles Jobin ein Stück, das sehr nahe am Körper des Tänzers, an der Bewegung und am Publikum ist. Die ZuschauerInnen werden angestachelt ihre Gewohnheiten aufzugeben und das eigene Weltbild zu überdenken. Gilles Jobin bezog seine Inspiration für «Black Swan» in der Theorie über den Falsifikationismus. Die Theorie wurde vom Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Karl Popper (1902-1994) aufgestellt und besagt, dass es keine endgültigen, objektiven Wahrheiten gibt. Denn jede Theorie gilt nur solange, bis ihr Gegenteil oder etwas völlig Neues bewiesen wird. So gilt der Satz «Alle Schwäne sind weiß» nur so lange, bis man die Existenz schwarzer Schwäne nachgewiesen hat. Diese Erkenntnis verändert unser rationales Verständnis der Realität nachhaltig. Dieses Anpassen und Über-den-Haufen-Werfen von Theorien passiert einem Kind, das die Welt entdeckt, andauernd: alles überrascht und verwirrt, dadurch wächst und verändert sich seine Erfahrung. Und genau darum geht es in «Black Swan»: Wagen Sie wieder Kind zu sein!«Mit ‹Black Swan› beeindruckt der Künstler ein weiteres Mal. Sein Talent? Die Fähigkeit unaufhörlich sein Forschungs-Terrain zu erweitern; von der Bewegung ausgehend zu denken und sie dann vom Gewicht und den Gedanken zu befreien. Das Stück transportiert weder eine Geschichte noch Diskurs, sondern entfesselt den Tanz und feiert den Zauber in einer Traumnacht.»(Le Temps. Alexandre Demidoff, April 2009)