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Barbara Doll / Ursula Langmayr: György Kurtág «Kafka-Fragmente für Sopran und Violine op. 24» (1985-1987)

Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Erzählungen wie Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande haben György Kurtág inspiriert, die bildhafte Sprache Franz Kafkas in Musik zu übertragen. Die Welt der knappen Sprachformeln, erfüllt von Trauer und Verzweiflung ebenso wie von Humor und Hintersinn, haben ihn so fasziniert, dass er schliesslich ein grösseres Opus komponierte. Im Frühjahr 1987 konnte er das Werk abschliessen. Ein Werk, das deutlich macht, wie Kurtág künstlerisch und auch persönlich Züge Kafkas trägt und umgekehrt. Was sie verbindet sind die Sparsamkeit der künstlerischen Mittel und der Drang zum Äussersten. Die in vier Teilen geordneten 40 Kafka-Fragmente zeigen genau dies, wobei das zentrale Motiv der «Weg» ist. Kurtág geht bis an die Grenze spieltechnischer Möglichkeiten, Violine und Gesangsstimme bewältigen ein enormes Ausdrucksspektrum.