Highlight Video

Aughterlony/Emch/Fistarol/Kapusta/Smith (CH/D): «Geisterburger»
Premiere: 15. Oktober 2008Jeweils vor und nach den Vorstellungen

Auf dem Areal der Dampfzentrale steht während des Festivals TANZ IN. BERN eine alte, ausrangierte Geisterbahn, die ihre besten Jahre schon hinter sich hat. Wer erinnert sich nicht an die Lust am wohligen Schauern, die einen in der Kindheit bei diesem Anblick befallen hat? Man ahnt Böses. Hier trifft man jedoch nicht auf das Erwartete. Drei Performancegruppen benutzen die Geisterbahn, um sich dem Thema «Angst» aus verschiedenen Richtungen zu nähern. Das Publikum fährt im Geisterwagen durch die Performance und lässt sich in ein Geisterbahnerlebnis der zeitgenössischen Art entführen. 15. -17.10., Simone AughterlonyDie Choreografin Simone Aughterlony bedient sich eines philosophischen Ansatzes. Angst wird aus dem Nichts geboren. Das Bedrohende ist schon da und doch nirgends. Ein allgegenwärtiges Gefühl der Spannung wird geschaffen, in der sich der Zuschauer eine Vorstellung des eigenen Grauens bilden kann. In der Angst sehen wir tausend Möglichkeiten für das, was auf uns zukommt. Doch wohin führt uns der Weg, für den wir uns entscheiden? 18. -19.10. & 21.10., Graham Smith Den Tänzer und Choreografen Graham Smith interessiert der politische Aspekt. Staaten und Institutionen wollen aus Angst sämtliche Daten zu einem Gesamtbild einer Person zusammentragen. Was aber, wenn aus diesen Daten Fehlinterpretationen abgeleitet werden und wir uns, ohne es zu ahnen, in Täter verwandeln? Was, wenn wir zu dem Bild werden, welches der Staat aus Panik vor Subversivität und Kontrollverlust für uns vorgesehen hat?22.‚25.‚&‚27.10., Nik EmchDen bildenden Künstler Nik Emch beschäftigt die Psychologie der Angst. Eine kleine Initialzündung reicht oft, um sich von innen her selbst zu vergiften. Ein jeder wird verseucht. Und man kann sich bei Niemandem beschweren, denn man ist selbst verantwortlich für diese ungeheure Unruhe, mit der man einen Umgang finden muss. Angst ist sehr anstrengend. Die bösen Ahnungen rücken näher, bis man zittert und alles vor einem verschwimmt. In der Angst ist die Bedrohung noch nicht nah, aber sie naht.