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Anna Huber & Yves Netzhammer: «Aufräumarbeiten im Wasserfall»

Im März des vergangenen Jahres wurde «Aufräumarbeiten im Wasserfall» im Rahmen der Zeitgenössischen Schweizer Tanztage 2011 in der Dampfzentrale uraufgeführt. Das Projekt ist die erste Zusammenarbeit der Tänzerin und Choreografin Anna Huber – Preisträgerin des Schweizer Tanz- und Choreografiepreises 2010 – mit dem bildenden Künstler Yves Netzhammer. Die beiden haben das Projekt weiterentwickelt, vertieft und präzisiert, und präsentieren es nun nach Gastspielen in Berlin und Baden in überarbeiteter Fassung wieder. 

 

In «Aufräumarbeiten im Wasserfall» werden die Impulse, Regeln und Grenzen figurativer Bewegung im realen, imaginierten und synthetischen Raum vermischt und damit neue Bedeutungsfelder ausgetestet. Der menschliche Körper ist Instrument und Forschungsgegenstand zugleich, verletzlich und unmittelbar in seiner physischen Präsenz. In seinen vielschichtigen Transformationen verschieben sich tradierte Orientierungssysteme und krümmen sich zu modellhaften Gebilden. Die Ritze zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen wird zum Proberaum assoziationsreicher Momente.

 

Yves Netzhammer arbeitet an einem weit verzweigten, poetischen Bilderkosmos. Seine Zeichnungen, Rauminstallationen und mit dem Computer generierten Videofilme faszinieren durch ihre körperliche Ausstrahlung und bildnerische Erzählweise. Anna Huber ist genau die Tänzerin, die es mit ihrer eigenwilligen Körpersprache und starken Präsenz auf der Bühne als gleichwertige Partnerin mit einer «lebendigen» bewegten Netzhammer-Skulptur aufnehmen kann.

 

«Das Stück fasziniert als poetische Zusammenarbeit zwischen zwei Künstlern, die beide seit Jahren mit einer eigenen Bild- und Körpersprache die Grenzen ihrer Kunst zu sprengen versuchen. Gemeinsam schaffen sie nun einen Kosmos, dessen Elemente mal im Bewegungsrepertoire der Tänzerin, mal in der computeranimierten Cyberwelt des Medien- und Installationskünstlers verortet sind – und sich in den stärksten Momenten in poetischer Weise verzahnen. Dann werden anatomische und physikalische Gesetze ausgehebelt – es entsteht eine Welt, die zugleich unheimlich, surreal und komisch anmutet.» (Marianne Mühlemann, Der Bund, 5.3. 2011)

 

Konzept, Choreografie, Tanz: Anna Huber. Konzept, Bühne, Video: Yves Netzhammer. Kostüm: Zuzana Ponicanova. Musik: Martin Schütz. Lichtdesign: Ursula Degen. Assistenz: Petra Rusch. Technik: Thomi Kohler. Produktion: annahuber.compagnie. Koproduktion: Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich. Unterstützt von: KulturStadtBern, SWISSLOS/Amt für Kultur Kanton Bern, Pro Helvetia Swiss Arts Council. Gastspiel unterstützt von: Burgergemeinde Bern.