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«AH/HA» von Lisbeth Gruwez/Voetvolk (B) (21.10)
Fünf Charaktere begegnen sich zufällig inmitten der Nacht. Ihr Zusammentreffen entwickelt eine unerwartete Energie und sie brechen aus – in Lachen.

Fünf emotionslose Charaktere, auch die Choreographin selbst, treffen sich in einem Lokal, inmitten der Nacht. Die TänzerInnen sind unterschiedlich gekleidet; der Punk, der Sportliche und der Beachboy stehen auf der Bühne. Langsam und rhythmisch finden die fünf zueinander, ihre Körper wachsen zusammen. Eine unerwartete Energie entwickelt sich aus dieser Synergie und die TänzerInnen brechen aus – in Lachen. Es wird fröhlich, kichernd, stupide, ausgelassen und auch sarkastisch gelacht. Die Performance erkundet die plastische Vielfalt des lachenden Körpers und macht seine physikalischen und psychischen Auswirkungen für die Zuschauenden fühlbar. Die Choreographin konfrontiert das Publikum regelrecht damit: Wenn sich die Akteure auf die Zuschauenden zubewegen und in ein lautes Lachen ausbrechen, verwandelt sich Empathie schnell in eine Art Beklommenheit. Der Körper des Zuschauenden lehnt sich zurück, während der Körper des Tänzers sich ausdehnt. Die Tanzakteure überstülpen den Zuschauenden ihre emotionalen Zustände, und dies mit Anmut und Intensität. Die musikalischen Kompositionen und Musik-Landschaften von Maarten Van Cauwenberghe sind integral für die Performance und ergeben zusammen mit den Körpern eine erfrischende, lustige und intelligente Gesamtheit. «AH / HA» ist ein freudestrahlender Tanz, der schwankt zwischen nackter Empfindsamkeit und derber Übertriebenheit.

Vermittlung: Publikumsgespräch mit der Choreographin Lisbeth Gruwez nach der Vorstellung.

Zu Lisbeth Gruwez
Lisbeth Gruwez (*1977, Belgien) hat einen unkonventionellen Werdegang als aussergewöhnliche Performerin hinter sich: Nach dem Tanzstudium bei P.A.R.T.S, der Tanzakademie von Anne Teresa de Keersmaeker in Brüssel, arbeitete sie mit etablierten Grössen wie Jan Fabre, Wim Vandekeybus oder Sidi Larbi Cherkaoui zusammen. Ersterer bezeichnete sie mehrmals als seine «Muse». Zusammen mit Maarten Van Cauwenberghe gründete sie schliesslich 2006 ihre eigene Kompanie Voetvolk (übersetzt Fussfolk) und feierte 2007 mit ihrer ersten Produktion «Forever Overhead» Premiere. 2011 gelang ihr mit «It’s going to get worse and worse and worse, my friend» der internationale Durchbruch. Die Produktion tourte durch Europa, Asien und Amerika und war in der Dampfzentrale zu sehen. Daraufhin hat die Dampfzentrale beschlossen «AH / HA» zu koproduzieren.
Konzept, Choreographie: Lisbeth Gruwez / Komposition, Sounddesign, Assistenz: Maarten Van Cauwenberghe / Tanz: Mercedes Dassy, Anne-Charlotte Bisoux, Vicente Arlandis, Lisbeth Gruwez, Lucius Romeo-Fromm / Styling: Catherine Van Bree / Künstlerischer Berater: Bart Meuleman / Licht: Harry Cole / Licht-Assistenz: Caroline Mathieu
Produktion: Voetvolk vzw / Koproduktion: Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis, Next Festival, Theater Im Pumpenhaus, Théâtre d’Arras, Tandem Arras- Douai, Dampfzentrale, Le Triangle – Cité de la danse de Rennes, Théâtre La Bastille, Les Brigittines, AndWhatBeside(s)Death, MA scène nationale – Pays de Montbéliard and Troubleyn, Jan Fabre / Unterstützer: KC Nona, Provincie Antwerpen / Vertrieb: Key Performance