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Accordion Tribe

Im Mai 1996 trafen sich fünf Komponisten und Akkordeonisten, der New Yorker Guy Klucevsek, der blinde Wiener Musiker Otto Lechner, Finnlands berühmteste Akkordeonistin Maria Kalaniemi, der virtuose Slowene Bratko Bibic und der Schwede Lars Hollmer, zu einer dreiwöchigen Tournee. Als Resultat dieser Tournee wurde im Januar 1998 die CD «Accordion Tribe» veröffentlicht, die zu einem solchen Erfolg wurde, dass das Ensemble beschloss, auch künftig in losen Abständen und auch teilweise sich verändernden Besetzungen in verschiedenen Ländern der Erde zu touren. Und was sie, scheinbar verspielt, de facto aber konzentriert nach den Wurzeln der Musik tastend, ihren Instrumenten entlocken, ist schlicht einmalig: tranceartig intensive Musik, befreit von jeder Konvention und gleichwohl auf ihre Herkunft aus Jazz, Klassik und der Volksmusik verweisend. Auf höchst eigenständige Weise haben die fünf aus der Volksmusik ihrer Heimat eine Musik jenseits aller Kategorien geschaffen. Sie sprechen von Gefühlen und Abenteuer, über Herz und Lunge, wenn sie von ihrem Instrument erzählen. Sie leben in New York, Uppsala, Helsinki, Wien sowie Ljublijana und haben trotz unterschiedlicher Kulturen und Biografien eine gemeinsame Leidenschaft: das Akkordeon. 2002 gingen sie ein zweites Mal auf Tournee – begleitet von Filmer Stefan Schwietert. Er porträtiert die fünf Akkordeonisten in «Accordion Tribe – Music Travels», filmt sie bei Proben sowie ihren Auftritten. Nach dem Erfolg von «Music Travels» in den Kinos stellte sich nach fast 10 Jahren grosser Erfolg ein – ausverkaufte Hallen allerorten. Nun tritt Accordion Tribe zum Abschluss ihrer kommenden Tournee in der Dampfzentrale Bern auf, allerdings ohne den schwedischen Akkordeonisten Lars Hollmer, der am vergangenen Weihnachtstag verstarb. Die Geschichte von Accordion Tribe ohne Lars Hollmer ist undenkbar – seine Kompositionen haben massgeblich zum Erfolg der Gruppe beigetragen – er war ein genialer zeitgenössischer Schöpfer neuer Melodielinien. Auf der Tournee werden viele Stücke von Lars Hollmer zu hören sein und sie wird so zu etwas wie einem Tribut für einen der vielleicht meistunterschätzten Musiker, die die Musik an den Rändern in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat.