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6. «Bund»-Essay-Wettbewerb: «Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn»
Lesung mit Publikumswahl und Preisverleihung

Reservation: Bis 7. März 2012 per E-Mail mit Betreff «Bund-Essay» an exklusiv@derbund.ch oder Tel. 0844 385 844 (Lokaltarif).

 

Eine diffuse Trauer verspürt der aufgeklärte Mensch ob eines schwer fassbaren Verlusts. Spirituelle Obdachlosigkeit ist weit verbreitet. Über ein persönliches Glaubensbekenntnis zu sprechen, ist ein ähnliches Tabu wie das Reden über Geld. Im Roman «Nichts, was man fürchten müsste» pariert der englische Schriftsteller Julian Barnes die Gretchenfrage nach seinem Glauben mit der Antwort: «Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn».

Die Medien berichten regelmässig über boomende Sekten, Freikirchen und den Trend zu esoterischen Privatreligionen. Die Anziehungskraft der Institution Kirche, ob reformiert oder katholisch, scheint dagegen auf dramatische Weise zu schwinden. Jedes Jahr treten aus den reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn rund 3000 Menschen aus. Als Hauptgrund für den Austritt wird meistens angegeben: «Entfremdung von der Institution Kirche». Muss sich die Kirche klarer profilieren, damit die (Marken-)Botschaft wieder besser ankommt? Verdunstet der Glaube oder sucht er sich zeitgemässe Ausdrucksformen? Erleben wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts gar eine Renaissance der Religion?

Die Wettbewerbsteilnehmer schrieben Essays, die Jury, bestehend aus «reformiert»-Redaktorin Rita Jost, dem Pfarrer und Theologen Marc van Wijnkoop und dem «Bund»-Chefredaktor Artur K. Vogel wählte aus den Einsendungen die drei besten Texte aus, welche in der Dampfzentrale nun vorgestellt werden. Durch den Abend führt Müslüm, für den musikalischen Rahmen sorgt das Duo Grund-Siebig.

Ein Projekt von «Der Bund» und der Fondation Reinhardt und von Graffenried.